21.04.2021
Leserbrief

Leserbrief vom ehemaligen Marktrat Heinz Findeis zum Artikel "Baugebiete: Streit geht weiter" vom 14.04.2021. Leider druckt die Mittelbayerische Zeitung diesen Leserbrief nicht ab.

 

 

Bei der Erarbeitung des Flächennutzungsplanes hatte der Marktrat, dem auch ich angehört habe, die Aufgabe, mögliche Areale zu sichten und eine Fläche von 36 ha mögliches Bauland für die nächsten 30 Jahre zu planen. Da die Konzentration von Bauerwartungsland rund um Kareth sehr groß war, haben wir dort ca. 15 ha. geplant. Der Rest wurde auf die übrigen Ortsteilen verteilt.

Beim Kauf von Ackerland durch Herrn Aumer, hat der Marktrat einstimmig mit CSU und SPD ein Vorkaufsrecht nicht ausgeübt.  Die logische Erklärung war und ist, dass zuerst die bauliche Anbindung an das bestehende Dorf erfolgen müsse. Erst wenn diese Fläche von ca. 15 ha. verbaut sein sollte, könne man über weitere Baugebiete nachdenken. Jedes Baugebiet hat logischerweise strukturelle Folgekosten wie Schule, Kita, Kindergarten etc. Wenn ein Investor spekulativ Ackerland kauft, muss er eben abwarten, wann diese Fläche als Baugebiet ausgewiesen wird. Sich über ein neu geschaffenes Baugebiet in Hönighausen aufzuregen, so wie von Herrn Aumer geschehen, ist wohl ein Angriff auf  die Souveränität des Marktrates.

Dass in Hönighausen neues Baugebiet geschaffen wird, ist nur zu begrüßen. Denn wir haben aktuell keine Möglichkeiten einer Ausweisung. Der Vorwurf der Verquickung von Baugebieten und Besitzer von Grund und Boden, die im Marktrat tätig sind,  läuft völlig ins Leere. Wenn mittelfristig in der Pfeifing ein Baugebiet geschaffen wird, haben wir wieder die Situation, dass Markträte aus der CSU und FW Grund an den Markt Lappersdorf veräußern werden. Es ist doch absurd, hier immer von Mauschelei und Gschmäckle zu reden, nur weil sich Verwandte der Eigentümer oder Eigentümer selbst im Marktrat  engagieren.

Die CSU betreibt nach wie vor Fundamental-Opposition und lehnt alles ab, was  FW und Grüne beschliessen. Die SPD Fraktion hat vor zwei Jahren unverständlicherweise die Planung für Hönighausen abgelehnt und im gleichen Atemzug die Erweiterung des 500 m entfernten Harreshof zugestimmt. Welche Logik oder Interessenlage steckt da dahinter ? Hätte schon damals die SPD, die ja in der Mehrheitsfraktion war, dafür gestimmt, wäre den jetzigen Häuslebauern zwei Erhöhungen des Bodenrichtwertes erspart geblieben. Die Bürger werden sich bedanken.

In Hönighausen hat der Markt durch den Mehrheitsbeschluss der FW und Grüne Fraktion jetzt ein Baugebiet geschaffen, weil Teile schon im Besitz des Marktes -   und ein  weiterer Grundstückseigentümer abgabebereit waren. Gerade junge Familien freuen sich riesig auf dieses neues Baugebiet. Sie haben hier noch ein Chance mit moderaten Grundstückspreisen (Bodenrichtwert 280.-- €) ein Eigenheim zu schaffen. Im übrigen sind alle strukturellen Einrichtungen, wie Schule, Kita, Kindergarten Einkaufsmöglichkeiten im Umkreis von einem Kilometer erreichbar.

 

In Kareth werden aufgrund des steigenden Bodenrichtwertes (580.-- €) viele Bauwillige es finanziell nicht mehr schaffen, ein Eigenheim zu bauen. Gerade eine SPD, die auf soziale Aspekte pocht, müsste das Hönighauser Baugebiet begrüßen. Hier fehlt jede logische Begründung, warum sie es ablehnt.

Eigentlich gibt es nach der Mehrheitsentscheidung im Marktrat  keinen  weiteren Streit. Dieser wird nur durch Sticheleien von CSU und SPD Markträten weiter künstlich am Köcheln gehalten. Gipfel der Unverfrorenheit ist die Behauptung von Herrn Strauss, dass die 3. Bürgermeisterin Doris Schmack sich für eine Befürwortung des neuen Baugebietes hat kaufen lassen. Hier wird eine Bürgermeisterin im Amt beschädigt, die Freien Wähler und  Bündnis/ Grüne in Misskredit gebracht -  ja der ganze Markt Lappersdorf und sein guter Ruf wird hier ramponiert.

 Es wäre an der Zeit, rechtliche Schritte zu unternehmen. Die Bürger-innen werden ihr entsprechendes Votum bei der nächsten Wahl abgeben, da bin ich mir sicher.

 

Lappersdorf, den 14. April 21

 

Heinz Findeis