Quelle: Sitzungspräsentation MR vom 09.03.2021

13.03.2021
Bauflächen im Bereich Hainsacker (Hönighausen) auf den Weg gebracht

Junge Familien, ehrenamtlich Engagierte, Arbeitnehmer im Markt, Bedienstete des Marktes oder einfach nur junge Leute, die im Bereich Hainsacker ihren Lebensmittelpunkt begründen wollen, sind der Motor hinter unserem Antrag zur Bebauung im Bereich Hönighausen.

Diese Leute sind die Zukunft unseres Marktes und brauchen Raum, um sich ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen zu können.

Seit der Bebauung Hochgrain im Jahr 2000 gab es im Bereich Hainsacker keine Möglichkeit mehr, Bauflächen zu entwickeln. Kürzlich ergab sich für das Gremium die Gelegenheit, in Hönighausen weitere Flächen zu erwerben, was der Marktrat mit großer Mehrheit befürwortet hat.

Daher zielt unser Antrag darauf ab, so bald wie möglich eine Bebauung in diesem Bereich zu schaffen. Den Start dazu haben wir mit 13 Stimmen im Marktrat auf den Weg gebracht. Schade, dass SPD und CSU geschlossen gegen dieses Vorhaben gestimmt haben. Die Gegenargumente möchten wir kurz richtigstellen:

Mangel an Infrastruktur

  • Busanbindung Linie 14 (stündlich) – 350 Meter
  • Busanbindung Linie 13 (20 minütlich) – 1 km
  • Radweg entlang der Kreisstraße R 15 vorhanden
  • Edeka Hainsacker – 1 km
  • Kindergarten – 1 km
  • Grundschule – 1,2 km
  • Apotheke, Arzt – 1,2 km
  • Friseur – 1 km
  • Spielplatz – jeweils 900 Meter (Hochgrain und Turlweg)
  • Sportplatz Hainsacker 900 Meter
  • Wasserversorgung

Aktuell besteht in Hönighausen eine Graugussleitung, die zu wenig Leistung an den Hydranten bringt. Die Wasserversorgung muss also sowieso erneuert werden.

  • Abwasser

Für Oberflächenwasser muss (wie in fast jedem neuen Baugebiet) wohl eine Wasserrückhaltung gebaut werden. Flächen hierfür sind bereits vorhanden.

Der Kanal könnte ausreichen, da er beim Bau mit Puffer gebaut und die Zuleitung durch den Fortschritt der Technik weniger wurde (Detailprüfungen stehen noch aus).

 

Naturschutz

Jedes Baugebiet ist ein Eingriff in die Natur, egal an welcher Stelle. Dieser Bereich gilt nicht als besonders schützenswert. Zwischen den Ortschaften Hönighausen und Harreshof bleibt eine unbebaute Fläche von mindestens 150 Metern.

Fachstellen des Naturschutzes fordern natürlich vorrangig die Bebauung von freien Flächen innerorts – dies ist aber rechtlich nicht möglich.

 

„Frechheit“ für die ehemaligen Markträt

Der Flächennutzungsplan (FNP) wurde in der vorhergehenden Periode des Marktrats beschlossen. Nachdem das Thema im Februar 2016 erstmals auf die Tagesordnung kam, folgte ein langer Prozess zur Überarbeitung. Im März 2020 konnte der Marktrat den neuen Flächennutzungsplan endgültig verabschieden. Nach über einem halben Jahr teilten die beteiligten Behörden schließlich im November 2020 die Genehmigung mit.

Betrachtet man den letzten Beschluss, ist der FNP also bereits ein Jahr „alt“. Die Zeit bringt Änderungen mit sich und hat nichts mit einer Frechheit oder ähnlichem gegenüber dem ehemaligen Gremium zu tun.

Der von 1996 bis 2020 gültige FNP wurde übrigens um die 20 Mal angepasst. Früher oder später ergeben sich oftmals andere Tatsachen, die eine Änderung rechtfertigen. Das in den letzten Jahren fertiggestellte Baugebiet Oppersdorf war z.B. auch komplett im Außenbereich.

 

„Freunderlwirtschaft“ zum Vorteil eines FW-Marktrats

Fakt ist, dass einer unserer Markträte den gleichen Nachnamen, wie einer der beiden Eigentümer der Flächen, trägt und verwandt ist. Daher darf und wollte der Marktrat an der Abstimmung nicht teilnehmen. Einen persönlichen Vorteil zieht er oder wir als FW daraus nicht.

Fakt ist, dass es uns als FW-Fraktion völlig egal ist, ob der Eigentümer der Flächen Huber oder Meier heißt und Mitglied in der A- oder B-Partei ist.

Wir sind über jeden Eigentümer froh, der abgabebereit ist und dem Markt die Möglichkeit gibt, sich weiterzuentwickeln.

 

Eigentümer innerhalb des FNP wären abgabebereit

Das Argument stimmt. Es gibt im Bereich Kareth geeignete Flächen für Bebauung, die bereits im FNP enthalten sind. Dies wird kürzlich in Angriff genommen und soll durch dieses Projekt in keiner Weise eingeschränkt werden. Bei dem forcierten Baugebiet in Kareth liegt der Bodenrichtwert aber bereits jetzt bei 560 €/m². Ein durchschnittlich verdienender Bürger wird sich an dieser Stelle nur schwer den Traum vom Eigenheim verwirklichen können. In Hönighausen sind derzeit 280 €/m² angesetzt.

Ziel unserer Fraktion ist es, das Marktgebiet nicht nur an einer Stelle zu entwickeln, sondern in allen Ortsteilen die Möglichkeiten der Weiterentwicklung zu schaffen. In Kareth, Oppersdorf und Lorenzen war/ist dies kürzlich möglich. Im Bereich Hainsacker wollen wir nicht noch Jahre verstreichen lassen.


Nach sachlicher Abwägung der Argumente, kamen wir zu dem Entschluss, dass es nach über 20 Jahren in Hainsacker endlich wieder die Möglichkeit für eine Weiterentwicklung geben muss.

Natürlich bleibt unser Bürgermeister weiterhin im Gespräch mit den Grundstückseigentümern – auch in Hainsacker. Sollten sich vor dem tatsächlichen Start in Hönighausen im Bereich Hainsacker andere Flächen ergeben, würden wir diese auch bevorzugen.

 

Meinungen sind verschieden und es muss nicht jeder einer Meinung sein. Von den radikalen Kritikern wünschen wir uns aber die sachlichen Argumente zu diskutieren und die Bürgerinnen und Bürger nicht durch Stimmungsmache zu polarisieren.